Vision & Mission
Wofür wir stehen



Unsere Vision
"Next Economy": eine Wirtschaft, die allen dient und ein gutes Leben für alle innerhalb planetarer Grenzen ermöglicht.
Unser Ziel ist, dass die Wirtschaft zukunftsfähig wird, so dass sie die Bedürfnisse aller Menschen innerhalb ökologischer Grenzen erfüllen kann. Wir arbeiten an transformativen Konzepten, die einen systemischen Wandel herbeiführen. Dabei zeigt unser Name NELA. Next Economy Lab, wie wir dabei vorgehen: Wir konzentrieren uns auf das Handeln und Lernen durch Experimente. Unsere Arbeit fokussiert sich auf Menschen, die etwas verändern wollen – in Gewerkschaften, Unternehmen, Kommunen. Hier setzen wir an und unterstützen.
Wir orientieren uns dabei am Konzept der Donut-Ökonomie von Kate Raworth.

Die Grundlagen
Unsere Grundpfeiler dieser Next Economy
Wachstumsunabhängigkeit, Suffizienz, Kooperation und gelebte Demokratie

Wachstumsunabhängigkeit
Unter Wachstumsunabhängigkeit fassen wir Formen des Wirtschaftens zusammen, die nicht nach Wirtschaftswachstum als höchstem Ziel streben, sondern sich für ein gutes Leben für alle einsetzen. Die Wirtschaftstätigkeit soll darauf ausgerichtet sein, zentrale menschlichen Bedürfnisse wie Nahrung, sozialer Zusammenhalt, Bildung und Infrastruktur zu befriedigen. Damit knüpfen wir mit unserer Arbeit an bestehende Postwachstumsdiskurse an.
Wir bringen ökonomische Ideen in die Welt, die auf Wachstumsunabhängigkeit beruhen.
Suffizienz
Suffizienz beschreibt den Gedanken, ein gutes Leben mit weniger Ressourcenverbrauch zu ermöglichen. Es geht darum, den Verbrauch von Energie, Materialien und anderen Ressourcen auf ein für die natürliche Umwelt tragbares Niveau zurückzufahren. Um dies zu erreichen, muss verhandelt werden, wie viel genug ist, um ein gutes Leben für alle zu ermöglichen.
Uns ist bewusst, dass dies existentielle Fragen aufwirft, die an den Grundfesten unserer Bedürfnisse und Identität rütteln. Gleichzeitig schafft der Blick auf Suffizienz Raum, um über ein neues Wohlfahrtsverständnis jenseits von reinem Materialismus nachzudenken, in dem Dinge wie Zeitwohlstand, Beziehungen, Fähigkeitserwerb und Selbstwirksamkeit höher gewertet werden.
Wir bringen Suffizienz überall da ein, wo es um konkrete Strategien geht, eine Next Economy umzusetzen.
Kooperation
Kooperation zwischen Unternehmen, Kommunen und Gewerkschaften ermöglicht solidarisch und vertrauensbasiert zu wirtschaften. Zudem schafft sie die Basis, um Verantwortung für soziale und ökologische Auswirkungen von Handlungen zu übernehmen. Kooperation stellt Konkurrenzlogiken und kurzfristige Eigeninteressen zugunsten gemeinsamer Ziele in den Hintergrund und versteht die sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft als kollektive Aufgabe. Kooperation zeigt sich konkret in langfristigen, transparenten und fairen Beziehungen – etwa zwischen Unternehmen, entlang von Lieferketten oder zwischen Produzent*innen und Kund*innen – und basiert auf gegenseitigem Verständnis, Augenhöhe und Verlässlichkeit. Durch kooperative Praxis werden Handlungsspielräume für nachhaltige Innovationen, gemeinsame Lernprozesse und eine am Gemeinwohl orientierte Wirtschaftsweise eröffnet.
Wir setzen uns in unserer Arbeit nach außen für kooperatives Wirtschaften ein. Dabei ziehen alle Beteiligten an einem Strang und teilen Wissen sowie Ressourcen. Nach innen leben wir Kooperation zwischen Mitarbeitenden und Kooperationspartner*innen, indem wir uns gegenseitig unterstützen, um gemeinsam eine starke Next Economy zu gestalten.
Gelebte Demokratie
Eine Next Economy beinhaltet für uns demokratische Elemente wie Mitbestimmung und Partizipation. Damit wirkt die Next Economy einer Konzentration von überproportional viel Macht bei wenigen Menschen entgegen, wie sie durch die kapitalistische Marktwirtschaft entsteht. Sie gibt der Bevölkerung die Macht zurück, um bedarfsgerechte Wirtschaftsstrukturen zu gestalten. Der Arbeitsplatz ist für Menschen ein wichtiger Ort, an dem sie lernen können, die Welt zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen. Das geht aber nur, wenn sie handlungsfähig sind und nicht alles von oben entschieden wird. Demokratische Prinzipien können das ermöglichen. Damit befinden wir uns in einer Tradition von Ökonom*innen, die für Wirtschaftsdemokratie plädieren – also einer Demokratisierung zentraler wirtschaftlicher Fragen: Was wird wie und für wen produziert? (Dörre 2012; Demirović 2018) Um das zu ermöglichen, stärken wir Beteiligungsformate in Transformationsprozessen, gemeinschaftliche Eigentumsformen, klassische gesetzliche Mitbestimmungsstrukturen und andere soziale Bewegungen.
In unserer Arbeit setzen wir prioritär auf Ansätze, die gelebte Demokratie in der Wirtschaft sowie die Partizipation und Mitbestimmung der Mitarbeitenden und Einwohnenden berücksichtigen. Auch nach innen implementieren wir demokratische Prinzipien in den Vereinsstrukturen und der kollegialen Führung.
Unsere Mission
Wir verändern gemeinsam mit Gewerkschaften, Kommunen und Unternehmen die Wirtschaft sozial gerecht und ökologisch und bearbeiten aufkommende Transformationskonflikte vor Ort.

Ängste und Konflikte auf dem Weg zu einer Next Economy entstehen „vor Ort“ – also dort, wo sich Menschen begegnen, wo sie arbeiten, wohnen oder sich politisch engagieren. „Vor Ort“ ist da, wo Menschen Veränderung konkret erleben, aber auch gestalten können.
Feld 1
Wir zeigen, wie eine Next Economy in der Praxis aussehen kann
Es braucht Formate, die zeigen, wie ein Wirtschaftssystem funktionieren kann, das ein gutes Leben für alle innerhalb planetarer Grenzen ermöglicht. In der Wissenschaft gibt es viele neue ökonomische Ideen, die aber meist sehr abstrakt bleiben. Währenddessen gibt es in der Praxis eine große Expertise über die realen Möglichkeiten und Grenzen des Machbaren. In unserer Arbeit verknüpfen wir wissenschaftliche Expertise neuen ökonomischen Denkens und bestehende Nachhaltigkeitspraxis.
Feld 2
Wir stärken Transformationskompetenzen durch transformative Bildung
Wir entwickeln Bildungs- und Begleitformate, die Menschen die nötigen Werkzeuge geben, um Handlungsmacht zu entwickeln und Transformationsprozesse zu initiieren. Das Ziel von transformativen Lernprozessen liegt in einer gemeinschaftlichen Emanzipation von Strukturen, die auf der Ausbeutung von Mensch und Natur begründet sind. Transformative Bildung beschreibt einen Lernprozess, bei dem Menschen ihre grundlegenden Sichtweisen auf sich selbst, andere und die Welt erkennen, kritisch hinterfragen und nachhaltig verändern. Ziel transformativer Bildung ist nicht primär Wissenszuwachs, sondern ein tiefer Wandel von Perspektiven, Identität und Handeln sowohl individuell als auch kollektiv. Besonders im Kontext der sozial-ökologischen Transformation trägt sie dazu bei, dominante Wachstums-, Konsum- und Machtlogiken zu hinterfragen und neue Formen des Zusammenlebens und Wirtschaftens zu entwickeln.
Feld 3
Wir bilden neue Allianzen
Die Next Economy können wir nur durch Kooperation erreichen. Dafür müssen wir uns gegenseitig zuhören, unsere Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten stärken, Verständnis für verschiedene Akteur*innen haben und gemeinsam diskutieren, wie eine sozial-ökologische Zukunft aussehen kann. Die Aktivitäten von NELA schaffen diese Brücken und neuen Allianzen zwischen denjenigen, die sich für eine Transformation einsetzen.
Für eine Wirtschaft, die allen dient!